Gelebte Inklusion: Wenn Menschen ihren eigenen Lebensweg gehen können

Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung möchten wir zwei Menschen in den Mittelpunkt stellen, die zeigen, wie vielfältig und individuell selbstbestimmtes Leben aussehen kann. Unser Geschäftsführer Hendrik Eggers betont: „Inklusion bedeutet für uns, Menschen auf ihrem ganz eigenen Weg zu unterstützen. Vieles davon passiert im Alltag – und bleibt leider oft in der Gesellschaft unsichtbar. Genau deshalb möchten wir heute zwei Menschen vorstellen, die zeigen, was Teilhabe wirklich bedeutet.“

Giulia L. und Aziz Ibbich wohnen in unserer Wohnanlage Obertshausen. Dort finden sie die Rahmenbedingungen, um mit der passenden Unterstützung ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Für Giulia L. ist die Wohnanlage Obertshausen der Ausgangspunkt für einen Alltag, der genau zu ihr passt. Jeden Morgen wird sie von einem Fahrdienst zur Arbeit in eine Kita gebracht. Für Giulia L. erfüllt sich mit dieser Stelle ein Traum. „Ich habe mir immer gewünscht, mit Kindern zu arbeiten.“, erzählt sie. In ihrer Gruppe spielt, bastelt und singt sie mit den Kindern, wechselt die Windeln und unterstützt ihr Team bei verschiedenen Aufgaben. In ihrer Freizeit schwimmt sie gerne, geht zu Spielen der Offenbach Kickers und besucht Konzerte, entweder gemeinsam mit einer Gruppe aus der Wohnanlage oder alleine mit einer Betreuerin.

Aziz Ibbich arbeitet in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen, ist viel unterwegs – beim Sport oder um Freunde zu treffen – und ist großer Harry-Potter- und Manga-Fan. Er liebt Musik – allerdings nur, wenn sie keine menschenverachtenden Texte enthält. Seine Neugier auf die Welt kann er besonders beim Reisen ausleben, seiner großen Leidenschaft. Gemeinsam mit einem Freund und dessen Mutter hat er fast alle europäischen Länder besucht und war außerdem in Kanada, Island und Japan. Japan hat ihn besonders fasziniert: „Wenn man einmal dort war, möchte man nicht mehr weg. Es ist eine andere Welt.“

Zwei Menschen, zwei Lebenswege, begleitet von unseren Kolleg*innen. Was Giulia L. und Aziz Ibbich wirklich verbindet, ist weder ihre Beeinträchtigung noch ihr Wohnort, sondern Lebensfreude, Neugier und der Wunsch, den eigenen Weg zu gehen. Wo passende Bedingungen und Begleitung vorhanden sind, wird Inklusion zur gelebten Realität.